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Fall OSRAM: Offener Brief an Ministerpräsident Horst Seehofer

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

noch im Europawahlkampf haben Sie in vielen Wahlkampfreden die Bürokratie der EU angeprangert. Sie kritisierten die Verbotskultur der EU, die ständige Regulierungswut, den Zentralismus. Auch wenn ich sonst oft nicht Ihrer Meinung bin – mit dieser Kritik sprachen Sie mir wie wohl vielen Bürgern aus der Seele.

Doch Worten müssen bekanntlich auch Taten folgen. Ganze 300 Arbeitsplätze am Eichstätter Standort von OSRAM sollen gestrichen werden, weil dem Leuchtmittelhersteller nach dem Glühbirnen-Verbot der EU ein ganzer Geschäftszweig wegzubrechen droht. Spätestens jetzt schlägt die Stunde eines glaubwürdigen Ministerpräsidenten.

Ich appelliere deshalb an Sie: Fahren Sie nach Brüssel. Werfen Sie das Gewicht Bayerns in die Waagschale und überzeugen Sie die EU, dieses Verbot zu kippen. Treten Sie gleichzeitig mit OSRAM in Verhandlungen, um die Arbeitsplätze an den Standorten von OSRAM in Bayern zu erhalten. Zeigen Sie den Beschäftigten dieses Traditionsunternehmens, dass sich Politiker nicht erst ab mehreren tausend Mitarbeitern für Sie und Ihre Arbeitsplätze einsetzen. Es geht um 300 Schicksale, teilweise um ganze Familien, die ihren Broterwerb bei OSRAM bestreiten. Jeder einzelne hat es verdient, dass man für ihn und seine Zukunftschancen kämpft.

Mit freundlichen Grüßen,
Jutta Herzner-Tomei

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Ein Appell an den Vorstand von Osram!

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit über 30 Jahren trage ich als Familienunternehmerin Verantwortung. Ich kenne nicht nur meine Jahresbilanz, sondern auch noch meine Angestellten. Ich werfe in der Krise nicht das Handtuch, sondern ackere für den erneuten Erfolg meines Unternehmens. Und die erste Person, an der ich in der Krise den Rotstift ansetze, das bin ich selbst.

Diese Haltung erwarte ich auch von Ihnen. Ich erwarte, dass Sie die Arbeitsplätze am Standort Eichstätt erhalten. Ich erwarte, dass Sie dem keimenden Erfolg durch die Umstellung auf die Produktion von LED-Leuchten eine echte Chance geben. Und ich erwarte, dass auch Sie und Ihre Kapitalgeber für die Zeit der Umstrukturierung finanziell einstehen. Denn am wenigsten tragen Ihre fleißigen Mitarbeiter dafür Verantwortung, dass Osram so manche Entwicklung in den letzten Jahren offenbar verschlafen hat.

Es grüßt Sie freundlich,
Jutta Herzner-Tomei
Kreisrätin